Donnerstag, 21. Mai 2026

Unis und Neoliberale

 Im Neoliberalismus, den ÖVP/NEOS stark vertreten, wird Forschung lieber in "der Wirtschaft" gesehen. Unis sind für diese Geisteshaltung ein Hort der Kritik, des Aufruhrs. Der Wert von Grundlagenforschung wird nicht erkannt.  

"Orchideen-Studien", tradtionell "linke Studien" (Politikwissenschaften, Soziologie, Gender,...) sind unerwünscht (siehe Diskurs um Taschner). Diese reine materialistische und Profitorientierung hat auch zu den FachhochSCHULEN geführt. Weg von den Geisteswissenschaften, der Gesellschaftskritik. 

Aus meiner Sicht haben aber gerade die Geisteswissenschaften einen wesentlichen Beitrag zur Weiterentwicklung der Menschheit gebracht (was wir zivlisatoritsche Errungenschaften nennen) , oft im Widerspruch zur Profitorientierung. Daher ist das Aushungern der Unis durch ÖVP/NEOS gut zu verstehen. 

Die Missachtung oder gar Verachtung der Rechten für die Geisteswissenschaften lässt sich auch damit erklären. Keine Erklärung habe ich für das Mitschwimmen der SPÖ dabei. Vielleicht hat sie ihre Wurzeln verloren, wo Wissen eine extrem wichtige Rolle gespielt hat.  

Donnerstag, 14. Mai 2026

Weg mit dem Femininismus!

Weg mit dem Feminismus! Weg mit dieser dummen Gleichstellung!

Funktioniert eh nicht, wie die letzten Jahrzehnte gezeigt haben!

Daher: Her mit dem Matriarchat!
Sonst kapieren es die Männer nie. Sie sind einfach dumme, unsensible, aber vor allem ängstliche, machtgierige Machos!

Diese Forderung hat einen Hintergrund, der aus meiner beruflichen Erfahrung resultiert. Ich habe als Unternehmensberater immer wieder mit Veränderungen in Systemen zu tun gehabt. In der Führungskräfteberatung ging es um Veränderung im Verhalten und/oder Neuorientierung in beruflichen Situationen.
Gemeinsam hatten diese Veränderungen, dass es immer Widerstand dagegen gab, seien es persönliche Widerstände oder das Beharrungsvermögen von Systemen und Unternehmen.
Was steckt aber häufig hinter diesem Widerstand? Angst vor dem, was kommt, das Unbekannte, aber auch Angst davor, Kontrolle zu verlieren. Über die bestehende Situation hat man Kontrolle, man kennt sie, man weiß, was los ist.

Es geht dabei im Hintergrund auch immer um Macht: Macht darüber, was passiert, Macht über die Vorstellung, was passiert (weil man es aus der Vergangenheit kennt, ist die Zukunft in gewissem Maße berechenbar).


Dasselbe Prinzip steckt hinter dem Beharrungsvermögen des Patriarchats. Die Männer wollen die Kontrolle haben, sie wollen die Macht behalten. Sie haben Angst vor der Gleichberechtigung, denn das bedeutet Veränderung: Aufgeben von Bequemlichkeit, Aufgeben von Kontrolle über Frauen.

Nun zur Frage, wie man das Patriarchat besiegen kann, wie man die Männer zur Veränderung und endlich zur Gleichberechtigung bringen kann.


Alles, was bisher geschah, was versucht wurde, hat anscheinend fehlgeschlagen. Gerade derzeit ist wieder breit in den Medien zu lesen, wie schrecklich die Machtausübung der Männer ist, von Femiziden über Gewalt im Internet, Deepfakes bis hin zur 50/50-Gleichstellung, von der wir weit entfernt sind.
Aufklärung, Informationen, Medienkampagnen, diverse Gesetze, all das hat das Ziel der Gleichberechtigung bei Weitem nicht erreicht.

Hatte ich als Unternehmensberater schon in einem System oder Unternehmen Veränderungsimpulse probiert und der Widerstand war nicht zu überwinden, dann waren „radikalere“ (an die Wurzeln gehende) Interventionen nötig: Beispielsweise der Austausch von Mitarbeitern bis hin zu Wechseln im Management. Manche Systeme sind aber auch nicht zu verändern und müssen von Grund auf neu gedacht, entwickelt und aufgebaut werden.

Daher auch mein Ansatz: „Weg mit dem Feminismus!“, das bedeutet, radikal gedacht: Weg mit dem Patriarchat (dann ist Feminismus überflüssig) und hin zum Matriarchat. Radikale Umkehr der Machtverhältnisse. Freiwilligkeit hat im derzeitigen Zustand des Patriarchats nicht funktioniert, der Veränderungswiderstand ist zu groß.

Daher ist die Lösung radikal und heißt nicht mehr Gleichberechtigung, sondern Matriarchat!

Erst dann werden Männer sehen, verstehen, am eigenen Leib fühlen und spüren, was Patriarchat wirklich bedeutet: Unterdrückung, Ausbeutung und Gewalt an Frauen.


Vielleicht wäre das ein grausamer Kampf, bis er von den Frauen gewonnen ist, eine Revolution, eine radikale Umkehr.

Das könnte dann aber ein Beginn für wahre Gleichberechtigung sein. Männer würden dann die Lebensrealität von Frauen am eigenen Leib erleben, spüren, fühlen, erleiden müssen.

Dann könnte Veränderung möglich sein, wenn die Frauen auch wieder bereit wären, aus ihrer Machtposition auf die Gleichberechtigung hinzugehen.

Aber was lehrt uns die Geschichte vom Wechsel zwischen Diktatur und Demokratie? Es ist ein ewiges Hin und Her, das wir leider gerade auch am Rückgang der Demokratien in der Welt erleben müssen.

Freitag, 8. Mai 2026

Maastricht-Kriterien: Politisch definiert, nicht naturgesetzlich


1. Maastricht-Kriterien: Politisch definiert, nicht naturgesetzlich

Die Maastricht-Kriterien (z. B. Schuldenstand ≤ 60 % des BIP, Neuverschuldung ≤ 3 % des BIP) wurden 1992 im Vertrag von Maastricht festgelegt, um die Währungsunion (Euro) zu stabilisieren. Sie sind keine ökonomischen Naturgesetze, sondern politische Vereinbarungen – ein Kompromiss zwischen den EU-Mitgliedstaaten, um Vertrauen in die gemeinsame Währung zu schaffen.

  • Ziel: Vermeidung von Schuldenkrisen und Inflation durch disziplinierte Fiskalpolitik.
  • Problem: Die Grenzen wurden nicht wissenschaftlich hergeleitet, sondern als pragmatische Richtwerte gewählt.

2. Keine empirische Beweisbasis

Es gibt keine ökonomische Theorie oder empirische Studie, die beweist, dass genau 60 % Schuldenstand oder 3 % Neuverschuldung optimal sind. Die Werte basieren auf:

  • Historischen Erfahrungen (z. B. Schuldenkrisen in den 1980er/90er Jahren).
  • Politischen Verhandlungen (z. B. Deutschland bestand auf strengen Regeln, andere Länder wollten flexiblere Grenzen).
  • Symbolischer Wirkung: Die Zahlen klangen "rund" und waren leicht kommunizierbar.

3. Kritik und Flexibilisierung

  • Realität: Viele EU-Länder (inkl. Deutschland und Frankreich) haben die Kriterien regelmäßig gebrochen – besonders nach der Finanzkrise 2008 und der Pandemie.
  • Reformen: Seit 2020 gibt es Ausnahmen (z. B. für Krisen) und Diskussionen über eine Reform der Schuldenregeln, da die starren Grenzen als unrealistisch gelten.
  • Ökonomische Debatte:
    • Keynesianer argumentieren, dass Schulden in Rezessionen sinnvoll sind, um die Wirtschaft anzukurbeln.
    • Neoklassiker warnen vor zu hohen Schulden, die langfristig Wachstum hemmen.
    • Empirisch zeigt sich: Länder mit höherer Verschuldung (z. B. Japan) haben nicht automatisch Krisen – es kommt auf Nachhaltigkeit und Verwendung der Schulden an.

4. Fazit

✅ Die Maastricht-Kriterien sind politische Konventionen, keine wissenschaftlichen Gesetze. Sie dienen der Koordination und Disziplin, aber ihre Legitimität wird regelmäßig infrage gestellt – besonders in Krisenzeiten.



 

 

Freitag, 1. Mai 2026

Die ÖVP kehrt zu ihren Wurzeln zurück - FPÖVP!

 Vielleicht ist es einer der größten Denkfehler der politischen Kommentatoren, dass christlich-soziale Parteien wie die ÖVP ihre Wurzeln aus ihrer DNA entfernt haben.

Die autoritären Strukturen des Austrofaschismus erleben gerade eine Wiedergeburt. Der autoritäre Regierungsstil von Dollfuß und Schuschnigg, die Zerschlagung der Demokratie und der Arbeiterbewegung, sind wieder voll erblüht.

Daher wendet sich in den Bundesländern die ÖVP, auch weil sie immer weniger Stimmen erhält, zur sehr weiten rechten FPÖ hin, dort fühlt sie sich in ihrer Ideologie viel heimischer (sic!), als bei einer sozialen Ausrichtung. Was die umgesetzte Politik auf Landesebene eindeutig zeigt.

Die häufig verwendete Bezeichnung FPÖVP hat einen wahren Kern. Die ÖVP ist meist weniger radikal in der Wortwahl (außer einzelne Ministerinnen), aber inhaltlich weit rechts, dh. ausländerfeindlich, freundlich anbiedernd an Kapitalisten, Reiche und Konzerne.

Daher ein Hoch auf den 1. Mai!