Je länger die Diskussion über das Glas Wasser ist, dass natürlich dem Wirt Kosten verursacht, zu allererst Personalkosten beim Ab-/Servieren, umso erschreckender wird das Ausmaß ersichtlich, wie schrecklich es um wirtschaftliches Wissen, auch bei formal gebildeten, bestellt ist.
Strategische/kundengruppen-spezifische Preisgestaltung und nun Bepreisen der tatsächlich anfallenden Kosten oder einpreisen über die Gemeinkostenaufschläge auf andere Produkte, sind vollkommen unbekannte Begriffe.
So verstehe ich immer besser, dass Parteien mit null Wirtschaftskompetenz (worauf Marterbauer schön öfters hingewiesen hat), aber einfachen, primitiven Lösungen so gerne gewählt werden. Auch formal gebildete verstehen einfachste wirtschaftliche Zusammenhänge und Begriffe nicht.
Tragisch für alle ArbeitnehmerInnen wird es dann, wenn über die Senkung der Lohnnebenkosten diskutiert wird. Da versteht dann natürlich kaum wer, dass es auf Kosten von Sozial-/Gesundheitsleistungen geht. Einfach tragisch!
Dieses Problem geht natürlich dann weiter, wenn das Budget eines Staates mit der Haushaltsrechnung einer Privatperson verglichen wird. Ein natürlich vollkommen unzulässiger Vergleich.
Hebt man das Problem auch noch auf die EU-Ebene mit den Maastricht-Kriterien, dann ist es vollkommen vorbei. Dass die Masstricht-Kriterien keine wissenschaftlich definierten Größe sind, die quasi Naturgesetze sind, wird nur von der Politik und dann leider auch von den Medien so dargestellt. Schlußendlich sind Grenzen nur politischen Vereinbarungen, sonst nichts.
Wenn ich dann noch eine "Internalisierung externer Kosten" verlangen würde, dann klicken sich fast alle aus. Obwohl es sowas sogar schon gibt, mit der CO2-Bepreisung. Die Umwelt wird geschädigt, dafür zahle ich als Verschmutzer einen Preis, der dann natürlich auch den Endpreis des Produktes erhöht, nicht alles ist durch Produktivitätssteigerung oder neue Technologie (die auch wieder Kosten verursacht) abzufangen. Die Nutzung, besser gesagt "Verschmutzung" der Umwelt und natürlicher Ressourcen müsste natürlich seinen Preis haben. Weil die Kosten des Klimawandels tragen wir alle. Von Hitzetoten, Einstellung der Schifffahrt, Abschaltung von AKWs und Betriebseinstellung von Unternehmen spüren wir direkt, aber wer den Preis dafür bezahlt, wird immer noch "individualisiert", der Hitzetote Verwandte, der Arbeitslose, der gestrandete Urlauber.
Dass wir ALLE einen extrem hohen Preis bezahlen, über Katastrophen-Entschädigungen, teurere Versicherungen, Steuererhöhungen usw diverser Branchen, dzt NUR der Bauern (höhere Prämien und staatliche Zuschüsse bei der Hagelversicherung) es werden immer mehr Branchen werden, verdrängen wir. Falsch! Es wird gar nicht der Zusammenhang kapiert.