Weg mit dem Feminismus! Weg mit dieser dummen Gleichstellung!
Funktioniert eh nicht, wie die letzten Jahrzehnte gezeigt haben!
Daher: Her mit dem Matriarchat!
Sonst kapieren es die Männer nie. Sie sind einfach dumme, unsensible, aber vor allem ängstliche, machtgierige Machos!
Diese Forderung hat einen Hintergrund, der aus meiner beruflichen Erfahrung resultiert. Ich habe als Unternehmensberater immer wieder mit Veränderungen in Systemen zu tun gehabt. In der Führungskräfteberatung ging es um Veränderung im Verhalten und/oder Neuorientierung in beruflichen Situationen.
Gemeinsam hatten diese Veränderungen, dass es immer Widerstand dagegen gab, seien es persönliche Widerstände oder das Beharrungsvermögen von Systemen und Unternehmen.
Was steckt aber häufig hinter diesem Widerstand? Angst vor dem, was kommt, das Unbekannte, aber auch Angst davor, Kontrolle zu verlieren. Über die bestehende Situation hat man Kontrolle, man kennt sie, man weiß, was los ist.
Es geht dabei im Hintergrund auch immer um Macht: Macht darüber, was passiert, Macht über die Vorstellung, was passiert (weil man es aus der Vergangenheit kennt, ist die Zukunft in gewissem Maße berechenbar).
Dasselbe Prinzip steckt hinter dem Beharrungsvermögen des Patriarchats. Die Männer wollen die Kontrolle haben, sie wollen die Macht behalten. Sie haben Angst vor der Gleichberechtigung, denn das bedeutet Veränderung: Aufgeben von Bequemlichkeit, Aufgeben von Kontrolle über Frauen.
Nun zur Frage, wie man das Patriarchat besiegen kann, wie man die Männer zur Veränderung und endlich zur Gleichberechtigung bringen kann.
Alles, was bisher geschah, was versucht wurde, hat anscheinend fehlgeschlagen. Gerade derzeit ist wieder breit in den Medien zu lesen, wie schrecklich die Machtausübung der Männer ist, von Femiziden über Gewalt im Internet, Deepfakes bis hin zur 50/50-Gleichstellung, von der wir weit entfernt sind.
Aufklärung, Informationen, Medienkampagnen, diverse Gesetze, all das hat das Ziel der Gleichberechtigung bei Weitem nicht erreicht.
Hatte ich als Unternehmensberater schon in einem System oder Unternehmen Veränderungsimpulse probiert und der Widerstand war nicht zu überwinden, dann waren „radikalere“ (an die Wurzeln gehende) Interventionen nötig: Beispielsweise der Austausch von Mitarbeitern bis hin zu Wechseln im Management. Manche Systeme sind aber auch nicht zu verändern und müssen von Grund auf neu gedacht, entwickelt und aufgebaut werden.
Daher auch mein Ansatz: „Weg mit dem Feminismus!“, das bedeutet, radikal gedacht: Weg mit dem Patriarchat (dann ist Feminismus überflüssig) und hin zum Matriarchat. Radikale Umkehr der Machtverhältnisse. Freiwilligkeit hat im derzeitigen Zustand des Patriarchats nicht funktioniert, der Veränderungswiderstand ist zu groß.
Daher ist die Lösung radikal und heißt nicht mehr Gleichberechtigung, sondern Matriarchat!
Erst dann werden Männer sehen, verstehen, am eigenen Leib fühlen und spüren, was Patriarchat wirklich bedeutet: Unterdrückung, Ausbeutung und Gewalt an Frauen.
Vielleicht wäre das ein grausamer Kampf, bis er von den Frauen gewonnen ist, eine Revolution, eine radikale Umkehr.
Das könnte dann aber ein Beginn für wahre Gleichberechtigung sein. Männer würden dann die Lebensrealität von Frauen am eigenen Leib erleben, spüren, fühlen, erleiden müssen.
Dann könnte Veränderung möglich sein, wenn die Frauen auch wieder bereit wären, aus ihrer Machtposition auf die Gleichberechtigung hinzugehen.
Aber was lehrt uns die Geschichte vom Wechsel zwischen Diktatur und Demokratie? Es ist ein ewiges Hin und Her, das wir leider gerade auch am Rückgang der Demokratien in der Welt erleben müssen.